Freiburg/Mannheim/Bollschweil/Heidelberg/Oberkirch/Sigmaringen. Mit verschiedenen Veranstaltungen wird in der Erzdiözese Freiburg – häufig in ökumenischer Verbundenheit – über einen Zeitraum von fünf Wochen auf das Anliegen aufmerksam gemacht, die Schöpfung zu bewahren. Anlass ist der Beginn der „Schöpfungszeit“, die am Dienstag (01.09.) für viele Christinnen und Christen in ganz Europa beginnt. „Die Waldbrände in Südeuropa und Deutschland machen deutlich, wie verletzlich unsere Umwelt geworden ist. Die Folgen der Klimakrise erreichen längst auch Europa mit voller Wucht“, sagt Dr. Reinhold John, Leiter der Stabsstelle Schöpfung und Umwelt. „Wenn extreme Hitze und Trockenheit häufiger werden, steigt die Wahrscheinlichkeit für gefährliche Feuerwetterlagen. Das zeigt: Wir brauchen mehr Klimaschutz, mehr Schutz der biologischen Vielfalt und einen Lebensstil, der die Grenzen der Schöpfung achtet.“ Die Stabsstelle Schöpfung und Umwelt unterstützt Kirchengemeinden unter anderem durch eine neue Förderung für Projekte im Bereich der Biodiversität. Weitere Informationen gibt es unter https://umwelt.ebfr.de/.
Paradiesisch – Apfel steht im Mittelpunkt der diesjährigen Erntedankfeiern
Erntedankgottesdienste in der Erzdiözese stellen dieses Jahr den Apfel ins Zentrum. Apfelbäume prägen nicht nur unser Landschaftsbild, sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Zwischen Blüte und Ernte entstehen zahlreiche ökologische Wechselwirkungen – ein anschauliches Beispiel für Biodiversität. Hintergründe zum Apfel gibt es unter www.ebfr.de/erntedank.
Im Anschluss an drei Gottesdienste können Kinder den Apfel mit allen Sinnen erleben: In Kooperation mit dem Spielmobil Freiburg pressen Kinder Apfelsaft, kochen Apfelmus und filzen Apfelbilder.
- Das Herbstfest in St. Albert, Sundgauallee 9, Freiburg, findet am Sonntag, 27. September, ab 11.30 Uhr (Gottesdienst ab 10.30 Uhr) auf der Pfarrwiese sowie im Albertsaal statt. Geboten werden neben den Apfelaktionen auch weitere Angebote für Familien.
- Ein Erntedankgottesdienst mit anschließender Apfelaktion steht am Sonntag, 4. Oktober, von 10.30 bis 13.30 Uhr in der Kirchzartener Gemeinde St. Gallus, Kirchplatz 5, an.
- Ein Jugendgottesdienst mit anschließender Apfelaktion wird am Sonntag, 11. Oktober, 11 bis 13.30 Uhr, von der Pfarrkirche St. Urban auf dem Herdemer Kirchplatz, Hauptstraße 39, in Freiburg angeboten.
800 Jahre Sonnengesang – Todestag von Hl. Franziskus jährt sich im Oktober
Der Todestag des Heiligen Franziskus jährt sich im Oktober zum 800. Mal, und der Mann aus Assisi ist bis heute aktuell. Sein Leben entfaltete eine Wirksamkeit, die in seinem Orden weiterlebt – auch in der Erzdiözese Freiburg. Darüber hinaus begeistert Franziskus unzählige Menschen, denen seine zentralen Anliegen ans Herz gewachsen sind: Bewahrung der Schöpfung, Frieden und soziale Gerechtigkeit. Der verstorbene Papst wählte ganz bewusst den Namen dieses bedeutenden Heiligen: Franziskus gilt als der große Friedensheilige, sein Sonnengesang als Hymne für eine enge Verbundenheit mit der Natur. Mehr Infos gibt es unter www.ebfr.de/franziskusjahr.
Folgende Veranstaltungen und Aktionen sind unter anderem in der Erzdiözese Freiburg im Rahmen der „Schöpfungszeit“ geplant:
- Mit einer Kartoffelaktion will die Katholische Kirchengemeinde Mannheim, Pfarrei St. Sebastian, am Samstag und Sonntag, 12. und 13. September, 10 bis 12 Uhr, dazu beitragen, die Schöpfung zu bewahren. Es soll im Zentralen Mannheimer Lehrgarten unter anderem Begeisterung für alte, neue und vielfältige Kartoffelsorten geweckt werden.
- Ein Gottesdienst zum ökumenischen Tag der Schöpfung findet am Sonntag, 13. September, ab 10.15 Uhr in der Kirche St. Antonius in Forbach-Herrenwies statt. Eine Geistliche Wanderung schließt sich von 11.30 bis 15 Uhr an, die von der Kirche im Nationalpark Schwarzwald angeboten wird.
- Die Ausstellung „Schwester Blume, Bruder Licht – Schöpfungszeit in Farben und Formen“ der Künstlerin Temenuzhka Dikanska-Greber (TEMI) wird am Sonntag, 13. September, ab 16.30 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Die Werke sind bis zum 17. Dezember im Bildungszentrum Gorheim in Sigmaringen zu sehen.
- Die Fotoausstellung und Vernissage zu „Schöpfung im Focus – Perspektiven von Nachhaltigkeit“ findet am Donnerstag, 17. September, von 17 bis 19 Uhr statt. Gezeigt werden im Bildungszentrum Heidelberg Werke aus Fotoworkshops der Erzdiözese Freiburg.
- Beim Kochkurs „Herbstschätze“ werden von Freitagabend, 18. September, bis Sonntagnachmittag, 20. September, im Bildungshaus Kloster St. Ulrich in Bollschweil die Früchte der Natur verarbeitet. Veranstalter ist die Katholische Landfrauenbewegung Freiburg. Kochen auf dem Acker gibt es zudem am Freitag, 25. September, 16.30 bis 19.30 Uhr, als Kochevent, zu dem das Bildungszentrum Gorheim zur Solidarischen Landwirtschaft in Sigmaringen einlädt. Herbstschätze aus der Region werden außerdem am Dienstag, 6. Oktober, 18 bis 21 Uhr, im Katholischen Gemeindehaus Bingen zu einem Vier-Gänge-Menü verwandelt. Auch hierzu lädt das Bildungszentrum Gorheim ein.
- Unter der Fragestellung „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ steht der Schöpfungsgottesdienst in der Pfarrkirche St. Cyriak in Oberkirch, der am Samstag, 19. September, um 18.30 Uhr beginnt.
- Auf der Donaubühne Sigmaringen wird am Sonntag, 27. September, ab 11 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert. Anschließend folgt eine Präsentation von lokalen Schöpfungsinitiativen.
- Eine Führung mit spirituellen Schöpfungsimpulsen im Kreuzweggelände des Klosters Gorheim (Sigmaringen) anlässlich des Franziskusjubiläums bietet am Freitag, 2. Oktober, ab 16 Uhr besondere Einblicke.
- Eine Vielzahl von Erntedankgottesdiensten stehen zudem am 4. Oktober an.
Hintergrund
Der Spätsommer ist für viele Landwirtinnen und Landwirte Erntezeit – traditionell folgt darauf im Herbst eine Zeit, in der für die Ernte gedankt und der Schöpfung gedacht wird. Der 1. September ist seit 2015 in der Katholischen Kirche der Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung; der 4. Oktober ist der Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi: Zwischen diesen beiden Terminen liegt die „Schöpfungszeit“. Diese geht auf eine Initiative des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel zurück. Im Jahr 1989 hatte der damalige Patriarch Dimitrios eingeladen, am 1. September für die Schöpfung zu beten. Diese Initiative nahm die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) beim ersten ökumenischen Kirchentag in die Charta Oecumenica auf und man entschloss sich dazu, „einen ökumenischen Tag des Gebetes für die Bewahrung der Schöpfung in den europäischen Kirchen einzuführen".
Da das Thema Schöpfung im Kirchenjahr bislang keinen festen Platz hatte, ergänzten die christlichen Kirchen im Jahr 1999 diesen Gedanken und empfahlen, die Zeit vom 1. September bis 4. Oktober mit Gottesdiensten, Bildungsveranstaltungen und pastoralen Angeboten als „Schöpfungszeit“ zu begehen. Diese Zeit soll zudem dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils gewidmet sein.
Einen Überblick über Materialien und Termine zur Schöpfungszeit in der Erzdiözese bietet die Stabsstelle Schöpfung und Umwelt unter: https://fairtradedioezese.de/schoepfungszeit.
(mf)
